Bei Liveevents mit mehreren Künstlern wird man sehr schnell feststellen, dass manche Playbacks mehr Druck haben als andere. Manche Künstler/innen kaufen sich online für 3,99 € Playbacks, die nach einem Midifile aus einem Yamaha Tyros 1 Keyboard klingen. Auf der heimischen Hifi-Anlage klingen sie vielleicht noch okay, aber über ein große PA kann man damit nur verlieren. Die Nummern haben einfach keinen Druck.
Anders sieht es bei hochwertigen Playbacks aus, für die man pro Titel schon mal um die 20€ pro Titel zahlt. Diese Playbacks wurden neu produziert mit Livegitarren und Chören. Diese hören sich schon wie ein gute Produktion an.
In den meisten Fällen nutzt man das Halbplayback, dass der eigene Produzent des aktuellen Songs für einen erstellt hat. Beim Mastern zieht man dazu einfach die Leadvocal von der Lautstärke herunter und lässt die Nummer mastern. Das ist dann schon ein Playback, dass auch auf großen Anlagen gut klingt.
Aber was ist der Grund, warum andere Playbacks noch mehr Wumms haben ? In den meisten Fällen haben die Produzenten spezielle Playbacks produziert. Hierzu tauscht man in der Regel die Bassdrum aus. Statt einer radiotauglichen Bassdrum nimmt man eine härte Dancebassdrum mit tieferen Frequenzanteilen. Neben der normalen Bass-Spur wird dann noch leise eine Spur mit gut abgestimmten Sub-Bässen hinzugefügt. Das sind Bässe, die man auf einem Radio nicht hört. Bei großen Events steuert man mit diesen Spuren die dicken 21“ Subwoofer unter der Bühne an und erhält so mehr Schalldruck. In den normalen Playbacks sind die tiefen Frequenzen nicht enthalten, da man unter 20hz alles cuttet. Somit fehlen einem Frequenzen, um diese Subwoofer anzusteuern. Frequenzen, die schon im Playback nicht vorhanden sind, kann man auch mit dem teuersten Mischpult nicht hineindrehen.
Auch bietet es sich an, die Leadvocal im Playback mit einem leichten Hall-Anteil zu versehen. Die Leadvocal kann so um die 10% Lautstärke haben plus einen leisen kleinen Concert-Hall-Anteil. Diese leise Vocalspur sorgt dafür, dass man selbst auf schlechten Anlagen halbwegs gut klingt. Nicht jeder DJ, der Künstler abmischen muss, hat eine gute Anlage, geschweige denn ein gutes Livemischpult mit eingebautem Hall. Ist der leichte Hallanteil bereits im Playback ist man immer auf der sicheren Seite.
Für so ein spezielles Playback wird ein Produzent sicherlich einen Aufpreis verlangen, aber das wird es wert sein. Gut abgemischte Playbacks mit mehr Druck klingen einfach besser. Wenn dann noch der Gesang top ist, dann glänzt man auf ganzer Linie.
Tipp von Klaus Müller: Wav.Dateien statt MP3 benutzen. Nach dem Mastering bekommt man meist beide Dateien zugeschickt. Die MP3 wird lieber von den DJs wegen der Meta-Daten eingesetzt und die Wav.Dateien eignen sich mir für Playbacks, da unten und oben rum keine Frequenzen abgeschnitten werden.
von
Jörg Backhaus


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